Statements

Branchenforum Fenster + Fassade 2012

Vortrag

»Krise der Währungsunion und wirtschaftliche Entwicklung«

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Professor Dr. Wolfgang Wiegard
Professor für Volkswirtschaftslehre an der Uni Regensburg

Die europäische Währungsunion steckt in einer tiefen Krise. Neben der exzessiven privaten und öffentlichen Verschuldung in einigen Ländern des Euro-Raums stellt die Auseinanderentwicklung der Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedstaaten der Währungsunion ein weiteres Problem dar. Ein Auseinanderbrechen der Währungsunion wäre für die deutsche Wirtschaft fatal. Aus deutscher Sicht fatal wäre aber auch die Einführung von Euro-Bonds oder eines europäischen Finanzausgleichs. Die Krisenländer müssen vor allem selbst durch Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ihre Schuldenstandsquoten zurückführen, durch Reformen auf den Arbeits- und Gütermärkten das Wachstum fördern und durch Senkung der Lohnstückkosten ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Europäische Zentralbank und europäische Rettungsschirme könnten kurzfristig helfen, aber eigene Anstrengungen der Krisenländer nicht ersetzen. Die deutsche Wirtschaft entwickelt sich seit 2010 besser als die anderer Länder. Das darf durch eine Vergemeinschaftung von öffentlichen und privaten Schulden nicht zunichte gemacht werden.